MU 13 RLZ Fürstenland: Auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle!

 

Doppelrunde mit tollem Sieg und bitterer Niederlage!

SG Fürstenland Handball   :   Kadetten Schaffhausen                45 : 26  (27:14)

SG Horgen/Wädenswil   :   SG Fürstenland Handball                 33 : 32  (16:18)

Die Junghandballer des RLZ, wie auch die beiden Trainer erlebten an einem Wochenende wie hervorragend U13-Handball mit sehr viel Spielfreude und Tempo gelingen kann. Genau so mussten sie erleben, wie es sein kann, wenn man aus einem Hochgefühl vom Vortag, nur 24 Stunden später emotional sehr tief fallen kann.

Tim Bolliger wird diese Doppelrunde am wenigsten vergessen und zugleich auch die grössten Lehren daraus ziehen können, wie schön dieser Sport sein kann, aber auch kurze Zeit später, wie brutal man wieder „unten“ sein kann.

Gegen die Kadetten aus Schaffhausen gelangen ihm aus 27 Versuchen 21 Treffer! Am Sonntag in Wädenswil nach anfänglich guter Startphase immer weniger. In der 2.Halbzeit wurde ihm vom Schiedsrichterbetreuer (…) ein reguläres (?) Tor aberkannt, nachdem der Jungschiedsrichter auf Tor entschieden hatte. Der negative Höhepunkt indessen folgte dann jedoch 10 Sekunden vor Schluss, als er beim Spielstand von 33:32 noch einen Siebenmeter werfen durfte/musste. Da der Ball neben dem Tor landete, standen er und die RLZ-Jungs dann doch noch mit leeren Händen da…

Diese unglaubliche Achterbahn der Gefühle so mitzuerleben dürfen/müssen, ist für alle mitgereisten Fürstenländer sicher ein grosser Lehrplätz für die hoffentlich noch lange andauernde Handballkarriere.

Dass es solche „Emotionalitäten“ immer wieder geben kann und halt leider auch zum Leistungssportleben dazugehört, durfte man ja auch an der gestern zu Ende gegangenen Europameisterschaften hautnah am Fernseher mitverfolgen.

Bereits in der Matchbesprechung vor dem Spiel gegen Horgen/Wädenswil wies der Trainer darauf hin, wie gross die Herausforderung werden würde, die Hochgefühle aus dem nahezu perfekten Auftritt am Samstag als „abgehakt“ mit ins sonntägliche Spiel zu nehmen und eine Bestätigung der guten Leistung abzuliefern. Dies notabene gegen einen Gegner der seinerseits von den Kadetten deutlich bezwungen wurde…

In der heimischen Buechenwaldhalle zeigten die „Weiss-Schwarzen“ viel Spielfreude mit gelungenen Auslösehandlungen und eine Beinarbeit in der 1:5-Deckung so, wie es dem Trainer vorschwebt. Mit der zusätzlichen Hilfsbereitschaft wurde den Schaffhausern die Räume derart verdichtet, dass die 1:1-Spieler es sehr schwer hatten, viel Platz für ihre Aktionen vorzufinden.

Durch die Breite des Kaders durfte erwartet werden, dass die Gäste mit ihrer kräfteraubenden Spielanlage, sich im Verlaufe der Zeit auch „totlaufen“ werden. Bis auf den Spieler mit der Nummer 3 war es denn auch so. Das Resultat der 2.Halbzeit mit 27:14 unterstreicht dies dann auch!

Mateo Ljubetic darf als 2.Säule des RLZ-Teams eingestuft werden. Auch er zeigte am Samstag eine bravouröse Leistung beim schlussendlich verdienten Kantersieg. Auch ihm widerfuhr Ähnliches wie Tim Bolliger. Ein guter Start mit präzisen Würfen wie am Vortag zu Beginn wähnten wohl nicht nur ihn, sondern das ganze Team in der Sicherheit, dass das „Samstaghoch“ seine Fortsetzung haben würde…

Schon beim Einschwören aufs Spiel fühlte sich aus Trainersicht die Mannschaft zu ruhig und zu leise an, so dass dieser eigentlich das Gefühl hatte, dass sie nicht ganz parat war. Die Anfangsviertelstunde widerlegte diese Einschätzung grundsätzlich, weil sich die Fürstenländer einen schönen Vorsprung mit 3 bis 4 Toren, dank hoher Wurfeffizienz herausgespielt hatten.

Allerdings gelang es den Seebuben immer wieder ihrerseits sich nicht abschütteln zu lassen, weil sie die 1:1-Situationen zu leicht gewinnen konnten. Ein erstes Anzeichen, welches nicht gleich war wie am Samstag!...

Der gegnerische Trainer nutzte ein Timeout, um seine Jungs genau auf das hinzuweisen. Fortan erhöhten diese das Tempo und rannten in ihrem „Nimm Ball und Lauf-Stil“ den Ostschweizern um die Ohren.

Einfluss nahm auch der Schiedsrichterbetreuer auf den Jungschiedsrichter. Nachdem einige Zürcher bereits Zeitstrafen erhielten, kippte die Verteilung plötzlich nur noch auf die andere Mannschaft. Fortan reihten sich Strafe an Strafe bei den Ostschweizern. Weil Nils Schildknecht doch einige Bälle parieren konnte und auch die Einheimischen mal neben das Tor warfen, blieben die Siegchancen beim 16:18 zu Gunsten der Fürstenländer intakt.

In der Garderobe wurde darauf hingewiesen, wie gefährlich dieses Resultat sei, denn eigentlich war es eher unansehnliche Standhandball-Kost, die geboten wurde. Trotz Auslösehandlungen, die das Bewegen „provozieren“ sollten, war viel zu wenig Tempo im Spiel der „Weiss-Schwarzen“.

Leider kamen die RLZ-Jungs einfach nicht auf Touren, so dass die Einheimischen die Fürstenlander weiterhin überrannten. Irgendwie wurstelten sich diese jedoch immer wieder nach Rückständen auf gleiche Höhe oder legten dann selber wieder vor.

Eigentlich war es dann bei den Würfen nur die Frage, ob der Torwart getroffen wurde oder eben der Ball doch im Tor landete.

Bis dann die geschilderte Situation mit der 2 Einflussnahme durch den „heimklubeigenen“ Schiedsrichterbetreuer eintraf. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?...

Die Annulation seines Treffers warf dann Tim Bolliger wohl völlig aus der Bahn. Was am Samstag im „Flow“ gipfelte, wurde zum Geknorze, alt bekanntem Gehüpfe und schlussendlich zum totalen Frust in Wädenswil.

Das mehrfache Hin und Her der Führung im Spiel endete leider auf der Seite von Horgen/Wädenswil. Auf Grund ihres aufopfernden Kampfes war dieser sicherlich um dieses eine Tor verdient. Dem Jungschiedsrichter eine Teilschuld zuzuweisen, ist jedoch ebenso unrichtig.

Die RLZ-Jungs kamen nie an das Leistungsvermögen im Kadetten-Spiel heran und konnten somit auch keine Bestätigung abliefern, dass sie bereits eine gefestigte Intermannschaft sind.

Erst am Samstag, 22.02.20 (Buechenwaldhalle, 15.30 Uhr), können die Junghandballer erneut gegen den TV Muri beweisen, wie gereift sie aus diesem Wochenenderlebnis herausgehen werden, welches für sie im wahrsten Sinn von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt verlaufen ist.

Domagoj Duvniak und die Kroaten haben diese Gefühle auf höchstem Niveau ebenso zu verdauen…

HOPP FÜRSCHTELAND!!!

Mit auf der Achterbahn waren:

Lewis Prietz, Nils Schildknecht; Tim Bolliger, Noah Fässler, Nael Gees (nur So), Jeremy Hefti, Mateo Ljubetic, Fait Mejminoski, Ayoub Mouidi, Jarno Niederer, Leandro Schär, Leon Schurter, Elio Solèr (nur Sa), Levin Steingruber und Fabio Steingruber

Abwesend: Liaro Eigenmann und Nico Schnetzer (beide überzählig)

Gianni Keller und Marco Streule