MU13RLZ – Spiel der Systeme erstmals verloren

Am Samstag mussten wir in Stäfa leider mit 33:36 (18:19) die erste Niederlage hinnehmen. Im Kampf der doch entgegengesetzten Systeme konnten die Kaderprobleme leider nicht kompensiert werden. Der Kampf des «letzten Rests» war aber wiederholt grossartig.

Der Einstieg in den Samstag war suboptimal. Mit Raphi fehlte unser Stammgoalie und mit Niculin unser rechter Flügel. Dazu gesellte sich leider kurzfristig Robin unser Abwehrchef und als Kreis Fixpunkt im Angriff. Er führte aber dafür Regie am Tablett.

Die offensive und Ballweg-bedrohende 3:2:1 war wie die Woche zuvor wieder nicht sattelfest, da der Organisator und Lückenschliesser Robin fehlte. Wir waren zu wenig eklig auf den Gegner und Passweg, haben aber auch das in zweiter Instanz nötige Stoppfoul nicht geschafft. Somit wurde eine schnelle 6:3 Führung schnell weggeschenkt. Wahrlich weggeschenkt, denn hatten wir über das ganze Spiel unzählige unnötige Passfehler oder unvorbereitete Abschlüsse. Wir kamen nie richtig ins Spiel, liessen aber auch nie abreissen, da der Kampfeswillen wiederholt vorbildlich war. Die Manndeckung konnte für einmal auch nicht helfen, da immer wieder schläfrige Momente auftraten. Dennoch haben wir «nur» 36 Gegentoren erhalten. «Nur», da uns von diesen fünf über den Gegenstoss und zehn Tore über den gespielten Freistoss (selber oder gelungener Querpass) der starken Linkshänderin eingeschenkt wurden.

Auf der anderen Seite stellte Stäfa als Gegenpol ein kompakteres und kraftvolles 3:2:1, was doch defensiver Stand und im Zweifel oder viel schneller das Foul suchte. Vor allem in der zweiten Halbzeit war dieses noch mehr zurückgezogen. Dies sind unsere Jungs nicht gewohnt in unserem 1:1 geprägten Spiel. Als Resultat wühlte man sich im 1:1 auf, vor allem in der zweiten Halbzeit. Es ergaben sich viele unvorbereitete oder wenig kraftvolle Würfe, die auf der Stufe für die Goalies gut zu lesen und halten sind. Die 50:50 Situation mit: "was ist Kontakt beim Wurf oder von der Seiten/hinten", waren hier und dort dann auch unglücklich ausgelegt, wie die Bestrafung der Schrittfehler. Dies alles zermürbte uns und somit lag Stäfa verdient ab der 13. Minute in Führung. Dazu vergaben wir leider auch viele Torchancen frei vor dem Goal und leisteten uns teils wirklich unerklärlich Fehler.

Dennoch war das Spiel bis zum Ende völlig offen. In der 40. Minute schienen wir den Zugriff finale gefunden zu haben. Die 3:2:1 stand für einmal und Viktor fand zur rechten Zeit ins Spiel mit tollen Steals, Passwegblockaden und drei Toren zum Ausgleich. Die Führung hätte drin gelegen, doch wurden wieder zwei freie Bälle verworfen. Dieser Aufschwung wurde dann eine Minute später jäh gestoppt, wo Viktor verletzte vom Feld musste. Die Bank war danach besetzt mit einem Goalie und den beiden verletzten Stammspielern Viktor und Benjamin. Dennoch raffte sich der wahrlich «letzte Rest» auf. Mindestens den einen Spieler von Stäfa, welcher keine Minute gespielt hat, hätten wir hier brauchen können. Aber auch so konnten wir sogar mit viel Einsatz und Leidenschaft zum 31:31 und 32:32 ausgleichen. Nach einer kleinen Begegnung mit der Faust, musste auch noch Kenshin die Segel streifen und wir mussten das Spiel mit einem Goalie auf dem Feld beenden. Die Luft war raus und Pech kam noch hinzu resp. das «best-getimte Timeout ever» vom Heimcoach. Genau im Moment des Buzzers erfolgte der Fehlpass und Timo wäre frei vor dem Tor gewesen. C'est la vie, es sollte wahrlich nicht sein am Samstag.

Das System Stäfa hat so gewonnen, mit einer harten, zurückgezogeneren und kompakten 3:2:1 und einfachen, aber effektiven Stilmitteln im Angriff. Wir hatten zwar 11 Torwürfe mehr und ein Drittel weniger technische Fehler, was am Ende aber nur Statistik ist. Wir haben quasi das Spiel gemacht. Bayern hat gegen Union Berlin auch nur 1:1 gespielt trotz 21 Torschüssen, aber daraus seine Lehren gezogen. Bei uns heisst dies: Mittel gegen eher defensiveres resp. Unterbruch-suchendes Abwehrsystem erarbeiten. Der Weg ist das Ziel, nicht das Heute oder Morgen. Denn wir bilden für Übermorgen aus...

Dennoch – offen und ehrlich – hassen wir Trainer es zu verlieren,

Thomas & Björn