MU19 Elite - Grippe, Firmweg und Co. beenden Siegesserie

GC Amicitia ZH - Fortitudo Gossau 25:21 (10:8)

Nur eine Woche nach dem fantastischen Heimsieg gegen GC Amicitia und damit der siebten Partie ohne Niederlage in Serie stehen die Fürstenländer bereits wieder dem gleichen Gegner gegenüber. Während die Zürcher auf das gleiche Personal zurückgreifen konnten und sogar noch ein Verletzter Nationalspieler zurückkam, hatten die Gossauer viele Ausfälle zu beklagen. Wegen einer Grippe fehlten Topscorer und einziger Linkshänder Osterwalder sowie Kreisläufer Peyer und Bischofberger spielte geschwächt. Dazu kommt ein Gossauer Firmwegtag und eine lädierte Schulter bei Captain Rügge. Doch bekanntlich nützt es nicht viel Ausfälle zu beklagen. Dementsprechend machten die Gossauer aus der Not eine Tugend und traten als ohnehin schon sehr junge U19 noch mit weiteren talentierten U17-Spielern an. Doch auch bei den Gossauern war mit Shooter Zeller wieder eine Stammkraft zurück. Während die Gossauer beim vergangenen Heimsieg nicht ein Tor ausserhalb des 9-Meters erzielten, erhoffte sich Trainer Kramer mit Zeller im Kader wieder mehr Durchschlagskraft. Vorweggenommen traf leider keiner seiner Distanzwürfe das Ziel.

Der Start in die Partie misslang völlig. In der Abwehr war man trotz Videostudium und Besprechung auf genau das angesprochene Stossen-Rückstossen mit Wechselsperre nicht bereit und im Angriff scheiterten die Gossauer kläglich am Zürcher Nationaltorhüter, obwohl man zu guten Chancen kam. Nach zehn Minuten stabilisierte sich die Deckung allmählich und fand zu alter Stärke zurück, was dann auch dem Angriffsspiel wieder gut tat. Mit einem erstaunlichen Kampf arbeitete sich die Forti-Truppe zurück ins Spiel und konnte trotz des miserablen Starts wieder ausgleichen.

In der zweiten Halbzeit kamen die Ostschweizer wesentlich besser und bissiger aus der Kabine. Der 10:8-Pausenrückstand wurde innert Kürze dank dem von den Trainern geforderten Tempospiel auf eine 12:11-Führung umgemünzt. Bemerkenswert, dass in dieser Phase mit Schneider, Brülisauer und Pintarelli nur Spieler im U17-Alter einnetzten. Aus unerklärlichen Gründen liessen die Forti-Jungs das Tempospiel dann aber wie auf Knopfdruck wieder vermissen und versuchten sich im Angriff ohne Druck und Aktionsvorbereitung mit unüberlegten Distanzwürfen, welche allesamt nicht von Erfolg gekrönt waren. So war es für die Zürcher ein Leichtes wieder in Führung zu gehen und und das Spiel für sich zu entscheiden. In den letzten fünf Minuten bestanden die Schwarz-Weissen den von den Trainern geforderten Charaktertest und konnten mit einer Energieleistung nochmals ein ansehnliches Resultat erzielen. Trotzdem müssen sich die Gossauer nach zuletzt sieben ungeschlagenen Spielen in Serie wieder einmal geschlagen geben. Das ambitionierte Ziel des dritten Platzes ist aber nach wie vor mit einer guten Leistung erreichbar. Auch trotz dieser Niederlage ist die sehr junge U19-Mannschaft gut unterwegs. Sie kann mittlerweile auf eine sehr stabile 6:0-Abwehr und einen guten Torhüter zurückgreifen, schlägt daraus aber offensiv vor allem über das Tempospiel viel zu wenig Profit. Auch individuell können aus der Niederlage einige positive Punkte gefunden werden. Nationalspieler Schneider fand nach zuletzt schwächeren Auftritten wieder zu alter Stärke zurück, Schlussmann Niedermann ist seit mehreren Spielen ein sehr sicherer Rückhalt, U17-Spieler Sostizzo hält die Gossauer Deckung für sein Alter unglaublich abgeklärt zusammen, der blutjunge Kreisläufer Brülisauer zeigte in seiner langen Einsatzzeit in vielen Bereichen bereits U19-Qualität und wenn die wendigen Rückraumspieler mit Druck und Herz auf das Tor ziehen, sind sie nicht von vielen Abwehrspielern aufzuhalten. Um die nächsten Spiele zu gewinnen, muss das Tempospiel und die Durchschlagskraft des Rückraums verbessert werden. Es gibt also noch viel Arbeit, um das ambitionierte, aber mögliche Ziel zu erreichen. Man darf auf das Auswärtsspiel gegen Wacker Thun in einer Woche gespannt sein. Der Schreibende ist zuversichtlich, dass die Mannschaft sofort wieder auf die Siegesstrasse zurückfindet, wenn die Spieler die richtigen Schlüsse aus der Niederlage ziehen.

Das Gefühl einer Niederlage nach Langem wieder eimal erleben mussten: Niedermann (12 Paraden), Zeller (/2), Gönültas (/1), Brülisauer (2), Sostizzo, Inauen (4), Verlezza (1), Stadler (2), Mosimann, Pintarelli (1), Rügge, Schneider (7) und Bischofberger (1) gecoacht von Kramer und Osterwalder